Bei der Arbeit mit Flüssigkeitsfördersystemen, insbesondere in Automobilanwendungen wie Bremsleitungen, ist die Art der verwendeten Bördelverbindung entscheidend für Sicherheit und Leistung. Zwei gängige Typen sind die Blasenbördelung (auch bekannt als DIN- oder ISO-Bördelung) und die umgekehrte Bördelung (oft auch Doppelbördelung oder SAE- Bördelung genannt).
Obwohl beide Verbindungsstücke eine sichere, leckagefreie Abdichtung zwischen Rohr und Fitting gewährleisten, unterscheiden sie sich in ihrer Konstruktion und der Art und Weise, wie sie diese Abdichtung erzielen. Das Verständnis dieser Unterschiede ist unerlässlich, um das richtige Fitting auszuwählen, das passende Bördelwerkzeug zu verwenden und die Zuverlässigkeit Ihres Hydraulik- oder Pneumatiksystems sicherzustellen.
Was ist eine Blasenflare?

Eine Bördelung, auch DIN- oder ISO-Bördelung genannt, ist ein in Kfz-Bremsanlagen, insbesondere in europäischen Fahrzeugen, häufig verwendeter Schlauchanschluss. Im Gegensatz zur herkömmlichen Doppelbördelung, bei der der Schlauch in zwei Schritten umgebogen wird, entsteht eine Bördelung in einem einzigen Arbeitsgang und bildet ein abgerundetes, pilzförmiges Ende an der Bremsleitung.
Die charakteristische „Blasenform“ liegt an einer entsprechenden konkaven Fläche im Fitting an und sorgt so für eine sichere, leckagefreie Abdichtung. Obwohl Bördelverschraubungen im Allgemeinen hinsichtlich der Druckbeständigkeit als weniger robust als Doppelbördelverschraubungen gelten, sind sie für ihre vorgesehenen Anwendungen effektiv und werden aufgrund ihres einfacheren Herstellungsverfahrens oft bevorzugt.
Was ist eine umgekehrte Flare-Welle?

Eine Bördelung, oft auch als SAE-Bördelung (Society of Automotive Engineers) oder Doppelbördelung bezeichnet (obwohl es einen feinen Unterschied gibt, werden die Begriffe häufig synonym verwendet), ist eine weit verbreitete Art von Rohrverbindung in Automobil- und Hydrauliksystemen, insbesondere für Bremsleitungen, Kraftstoffleitungen und Servolenkungen.
Charakteristisch ist die 45-Grad-Kegelform am Rohrende, die nach außen aufgeweitet und anschließend zurückgefaltet ist, um eine verstärkte, doppelwandige Dichtfläche zu bilden. Diese Doppelwandkonstruktion bietet erhöhte Beständigkeit gegen Risse und Materialermüdung und macht das Rohr äußerst langlebig und zuverlässig für Anwendungen mit hohem Druck und starken Vibrationen.
Das aufgeweitete Ende des Rohrs sitzt dann in einem entsprechenden inneren, oder „umgekehrten“, konischen Sitz innerhalb der Verschraubung und bildet beim Festziehen eine robuste Metall-auf-Metall-Abdichtung.
Bubble Flare vs Inverted Flare

Sowohl Bördelverschraubungen als auch umgekehrte Bördelungen sind wichtige Rohrendformen in Automobil- und Hydrauliksystemen, die sichere und leckagefreie Verbindungen gewährleisten. Das Verständnis ihrer grundlegenden Unterschiede ist entscheidend für die korrekte Anwendung und die Sicherheit.
Dieser Vergleich wird die besonderen Merkmale jedes Typs detailliert untersuchen und dabei insbesondere auf deren Konstruktion, Anwendung und Dichtungsmechanismen eingehen.
Design und Formation
Bördelungen entstehen durch das Aufweiten des Rohrendes zu einer abgerundeten, pilzförmigen Ausbuchtung. Dies ist typischerweise ein einstufiger Bördelvorgang, bei dem das Rohrende in eine Düse gepresst wird, wodurch eine sanfte, konvexe Krümmung entsteht. Dank dieser einfachen Konstruktion lassen sie sich relativ schnell und unkompliziert herstellen.
Im Gegensatz dazu werden umgekehrte Bördelungen, oft auch Doppelbördelungen genannt, in zwei Schritten durchgeführt. Zunächst wird das Rohr um 45 Grad nach außen aufgeweitet. Anschließend drückt das Bördelwerkzeug den Konus zurück, wodurch an der Dichtfläche eine doppelte Wandstärke entsteht. Dies verstärkt die Bördelung und macht sie robuster.
Verschlussmechanismus
Eine Bördelverschraubung dichtet ab, indem ihre gewölbte, konvexe Oberfläche in eine konkave, weibliche Aufnahme im Verschraubungsstück eingreift. Der Anziehdruck presst die Bördelverschraubung in die Aufnahme und bildet so eine dichte, metallische Verbindung. Die sanfte Wölbung der Bördelverschraubung gleicht leichte Fehlausrichtungen aus und gewährleistet eine zuverlässige Abdichtung.
Der Dichtungsmechanismus der Bördelverschraubung basiert auf ihrem präzise geformten, doppelwandigen 45°-Kegel. Dieser Kegel presst fest gegen einen entsprechenden konischen Außensitz im Verschraubungsstück. Die Doppelwand sorgt für eine vergrößerte Oberfläche und höhere Festigkeit und verbessert so die Dichtigkeit, insbesondere unter hohem Druck.
Allgemeine Anwendungen
Bördelverbinder finden sich vorwiegend in europäischen und einigen asiatischen Kfz-Bremsanlagen. Sie eignen sich gut für Anwendungen mit mäßigem Druck und Vibrationen, und ihre einfachere Bauweise kann bei der Fertigung und Reparatur von Vorteil sein. Manchmal werden sie auch in Kraftstoffleitungen eingesetzt.
Umgekehrte Bördelungen sind in nordamerikanischen Automobilanwendungen weit verbreitet, beispielsweise für Brems-, Kraftstoff-, Servolenkungs- und Getriebeölkühlerleitungen. Ihre robuste Doppelwandkonstruktion macht sie ideal für Hochdruckumgebungen und überall dort, wo hohe Haltbarkeit und Ermüdungsbeständigkeit erforderlich sind. Sie werden auch häufig in allgemeinen Hydraulikanwendungen eingesetzt.
Materialkompatibilität
Bördelverschraubungen werden häufig bei Stahlrohren und gelegentlich auch bei Kupfer-Nickel-Rohren (Cunifer-Rohren) eingesetzt. Die weichere Beschaffenheit dieser Materialien ermöglicht die Ausbildung der abgerundeten Bördelung ohne übermäßige Spannung und gewährleistet so eine zuverlässige Abdichtung mit dem Gegenstück.
Umgekehrte Bördelungen werden hauptsächlich bei Stahl- und Kupfer-Nickel-Rohren eingesetzt, ihre doppelwandige Konstruktion ist jedoch besonders vorteilhaft bei härteren Rohrmaterialien, da sie eine stärkere Dichtfläche bietet. Dank ihrer Robustheit eignet sich die umgekehrte Bördelung für ein breiteres Spektrum an Materialhärten.
Vorteile und Nachteile
Blasenförmige Fackeln bieten den Vorteil einer einfacheren und schnelleren Herstellung, da sie oft weniger Kraftaufwand und Spezialwerkzeug erfordern. Aufgrund ihrer sanften Krümmung sind sie zudem in der Regel weniger anfällig für Risse während der Herstellung. Allerdings können sie im Vergleich zu umgekehrten Fackeln weniger widerstandsfähig gegenüber extremen Drücken oder starken Vibrationen sein.
Umgekehrte Bördelungen zeichnen sich durch ihre überlegene Festigkeit und Langlebigkeit dank ihrer doppelwandigen Konstruktion aus und eignen sich daher hervorragend für Anwendungen mit hohem Druck und starken Vibrationen. Ihre robuste Bauweise gewährleistet eine sehr sichere und leckagefreie Abdichtung. Der Hauptnachteil besteht darin, dass ihr Herstellungsprozess komplexer ist und eine präzise Ausführung erfordert, um Risse in der Bördelung zu vermeiden.
| Funktion | Blasenfackel | Invertiertes Flare |
| Technologie | Abgerundete, einwandige „Blase“ | 45-Grad-Doppelwandkegel |
| Ausbildung | Ein-Schritt, einfacher | Zweistufig, komplexer |
| Dichtung | Konvexe Passung mit konkavem Sitz | Konische Passstücke mit männlichem konischen Sitz |
| Typische Verwendung | Europäische Kfz-Bremsleitungen, Kraftstoffleitungen | Nordamerikanische Automobilindustrie (Bremsen, Kraftstoffsysteme, Servolenkung), allgemeine Hydraulik |
| Stärke/Haltbarkeit | Moderat | Hochwertig, hervorragend geeignet für hohen Druck/Vibrationen |
Wie stellt man eine Bremsleitung mit umgekehrtem Bördelanschluss her?

Das Bördeln einer Bremsleitung ist eine wichtige Fertigkeit in der Kfz-Reparatur, um ein leckagefreies und sicheres Bremssystem zu gewährleisten. Dieser Vorgang erfordert Präzision und das richtige Werkzeug, um potenzielle Flüssigkeitsverluste und Bremsversagen zu vermeiden.
Schritt 1: Schneiden und Entgraten der Leitung
Zuerst wird die Bremsleitung mit einem speziellen Rohrabschneider auf die gewünschte Länge zugeschnitten. Dieses Werkzeug gewährleistet einen geraden, sauberen Schnitt, der für eine korrekte Bördelung unerlässlich ist. Nach dem Schneiden werden mit dem Entgratungswerkzeug (oft im Rohrabschneider integriert) scharfe Kanten und Grate an der Innen- und Außenseite des Schnittendes entfernt.
Dieser Entgratungsschritt ist entscheidend, da jegliche Unebenheiten zu einer schwachen Bördelung oder potenziellen Leckagen führen können. Eine glatte, saubere Kante ermöglicht es dem Bördelwerkzeug, einen gleichmäßigen und stabilen umgekehrten Kegel zu erzeugen und so Spannungsspitzen zu vermeiden, die während des Bördelvorgangs oder unter Druck im Betrieb zu Rissen führen könnten.
Schritt 2: Montage der Überwurfmutter
Vor dem Bördeln die passende Überwurfmutter auf die Bremsleitung schieben. Achten Sie darauf, dass das Gewinde der Mutter zum zu bördelnden Leitungsende zeigt. Wird dieser Schritt vergessen, muss die frisch gebördelte Stelle abgeschnitten, die Mutter montiert und der Bördelvorgang wiederholt werden.
Die korrekte Ausrichtung der Überwurfmutter ist für den späteren Einbau in das Bremssystem unerlässlich. Die Mutter muss über die fertige Bördelung passen und sich fest in die entsprechende Öffnung am Hauptbremszylinder, Bremssattel oder anderen Bremskomponenten einschrauben lassen, um eine dichte Verbindung herzustellen.
Schritt 3: Schlauch abklemmen
Befestigen Sie die Bremsleitung fest im Klemmblock des Bördelwerkzeugs. Die korrekte Länge des aus dem Block herausragenden Rohrs muss eingehalten werden. Dies lässt sich üblicherweise mit einer Tiefenlehre oder gemäß der Bedienungsanleitung Ihres Bördelwerkzeugs ermitteln. Ein zu geringer oder zu großer Überstand führt zu einer fehlerhaften Bördelung.
Der Klemmblock fixiert das Rohr fest und verhindert so ein Verrutschen oder Verformen während des Bördelvorgangs. Diese Stabilität ist unerlässlich für eine konzentrische und korrekt dimensionierte Bördelung, die wiederum entscheidend für eine zuverlässige und leckagefreie Abdichtung im Bremssystem ist.
Schritt 4: Die Fackel formen
Setzen Sie den ersten Bördelstempel (oft auch „Blasenstempel“ oder „Pilotstempel“ genannt) in das Rohrende ein. Üben Sie mit dem Joch des Bördelwerkzeugs allmählich Druck aus und drücken Sie den Stempel in das Rohr, um eine kleine, vorläufige Trichterform zu erzeugen. Ziehen Sie den Stempel nicht zu fest an, da dies das Material schwächen kann.
Als Nächstes wird der erste Stempel entfernt und der zweite, umgedrehte, kegelförmige Stempel eingesetzt. Durch erneutes Drücken wird die ursprüngliche Glockenform zurückgefaltet, um die endgültige, umgedrehte Bördelung zu erzeugen. Dieses zweistufige Verfahren formt eine robuste, doppelwandige Bördelung, die maximale Festigkeit und Dichtwirkung gewährleistet.
Wie wählt man Bubble Flare und Inverted Flare aus?
Die Wahl zwischen einer Bördelverschraubung mit Hohlkehle und einer Bördelverschraubung mit umgekehrter Öffnung ist entscheidend für die Sicherheit und Integrität von Flüssigkeitssystemen, insbesondere in Automobilanwendungen. Eine falsche Wahl kann zu gefährlichen Leckagen und Systemausfällen führen. Ihre Entscheidung sollte stets die Kompatibilität mit vorhandenen Komponenten und die Einhaltung der Spezifikationen des Originalherstellers (OEM) berücksichtigen.
Bei Reparaturen oder Sonderanfertigungen ist die genaue Bestimmung des benötigten Bördeltyps von entscheidender Bedeutung. Das Mischen von Bördeltypen oder die Verwendung ungeeigneter Werkzeuge beeinträchtigt die Dichtheit der Verbindung. Überprüfen Sie daher stets den Bördeltyp der vorhandenen Leitungen und Armaturen, um eine sichere und effektive Reparatur oder Modifizierung zu gewährleisten.
- Fahrzeughersteller und Region: Europäische und einige asiatische Fahrzeuge verwenden üblicherweise Kotflügelverbreiterungen mit Wölbung (DIN/ISO-Standard), während nordamerikanische und viele andere asiatische Fahrzeuge typischerweise Kotflügelverbreiterungen mit umgekehrter Wölbung (SAE-Standard) verwenden. Bitte konsultieren Sie zur Bestätigung immer das Servicehandbuch Ihres Fahrzeugs oder die vorhandenen Ersatzteile.
- Anwendungsdruck und Vibration: Umgekehrte Bördelungen bieten aufgrund ihrer doppelwandigen Konstruktion eine überlegene Festigkeit und werden im Allgemeinen für Hochdrucksysteme wie Bremsleitungen bevorzugt, bei denen auch Vibrationen eine Rolle spielen, da sie eine robustere Abdichtung gewährleisten.
- Vorhandene Anschlüsse und Ports: Prüfen Sie sorgfältig den Anschluss oder die Öffnung des Bauteils. Ein konkaver Sitz deutet in der Regel auf eine Bördelung hin, während ein konischer Sitz auf eine umgekehrte Bördelung hinweist. Sie sind nicht austauschbar.
- Werkzeugverfügbarkeit und Fachkompetenz: Stellen Sie sicher, dass Sie das richtige Bördelwerkzeug für den gewählten Bördeltyp verwenden. Blasenbördelungen erfordern ein anderes Werkzeug oder eine andere Matrize als umgekehrte Bördelungen, und die korrekte Technik ist für eine zuverlässige, leckagefreie Verbindung unerlässlich.
- Material der Schläuche: Obwohl beide Bördelarten aus Stahl- oder Kupfer-Nickel-Rohren gefertigt werden können, beeinflussen die spezifischen Eigenschaften des Rohrmaterials die Leichtigkeit und Qualität der Bördelbildung. Beachten Sie daher die Materialempfehlungen.
Fazit
Das Verständnis der Unterschiede zwischen Bördelverschraubungen mit und ohne Wölbung ist entscheidend für die ordnungsgemäße Abdichtung und Sicherheit in verschiedenen Systemen. Während Bördelverschraubungen mit Wölbung eine ausgezeichnete Vibrationsfestigkeit aufweisen, eignen sich Bördelverschraubungen mit Wölbung besonders für Hochdruckanwendungen. Die Wahl des richtigen Typs verhindert Leckagen und Systemausfälle.
Letztendlich hängt die Wahl von den spezifischen Anforderungen der Anwendung ab, einschließlich Druck, Vibrationen und Art des Mediums. Die korrekte Installation und die Kompatibilität der Anschlüsse haben für eine zuverlässige Funktion höchste Priorität.
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